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Die Not der Kinder

Vielen Menschen weltweit sind die zahlreichen Straßenkinder in den Metropolen Russlands aufgefallen. Das Problem der Straßenkinder in Russland existiert nicht erst seit dem Zerfall der Sowjetunion. Armut und Elend waren vor allem in den ländlichen Gebieten der Sowjetunion weit verbreitet. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden bei vielen Menschen große Hoffnungen auf persönliche Freiheit und einen höheren Lebensstandard. Doch diese erfüllten sich nur für Wenige. Für einen Großteil der russischen Bevölkerung endeten diese Hoffnungen in Armut.

Um die Sorgen auszublenden greifen die Notleidenden oft zum Alkohol. Infolgedessen wird die Erziehung und Versorgung der Kinder vernachlässigt und Zehn-, möglicherweise Hunderttausende dieser Kinder leiden am fötalen Alkohol-Syndrom: Wachstumsschwächen und Gehirnschäden, die im besten Fall zur Lernbehinderung, im schwersten zu einem völligen Fehlen von Verantwortungsbewusstsein führen.

Die Not der StraßenkinderSich selbst überlassen machen sich die Kinder auf die Suche nach etwas Essbarem. Bettelnd treiben sie sich in den Stationen der Metro und an den Essensverkaufsständen rum. Andere versuchen durch Prostitution und Kriminalität an Nahrungsmittel und Drogen zu kommen. Weit verbreitet ist auch das Schnüffeln von Lösungsmitteln (Klebstoff, Benzin) bei den Straßenkindern. Wodurch auch wieder Schäden an Körper und Geist entstehen.

Durch die mangelnde Hygiene leiden fast alle an Läusen, Krätze und entzündeten Wunden. Mangelnde ausgewogene Ernährung führt zu einer ungesunden Entwicklung des Körpers. Bereits im Grundschulalter haben viele von ihnen feste Zähne verloren. Als Schlafplatz dienen alte Pappen und ausrangierte Kleidungsstücke. In der kalten Jahreszeit suchen sie Schutz in Metrostationen, leerstehenden Kellerräumen, Kanalisationsschächten oder in den Hinterhöfen von Restaurants, auf den Gittern der Kellerfenster, wo aus den Küchen warme Luft strömt.

Aus Sorge um das makellose Stadtbild werden die Straßenkinder von der Miliz gejagt. Gelingt es der Miliz sie zu fangen, werden sie registriert und in Notunterkünfte für Ausreißer gebracht. Das Leben auf der Straße hat seinen Reiz. Man kann schlafen soviel man will. Essen, wann man will. Es gibt Niemanden der über sie bestimmt. Ob sie rumlaufen oder liegen, entscheiden sie selbst. Auch achtet Niemand darauf ob Straßenkinder in die Schule gehen. Es ist eine wilde Freiheit, mit für sie unbeachteten Folgen.

Die Not der Straßenkinder

Als im Jahr 2003 das 300-jährige Bestehen der Stadt St. Petersburg gefeiert werden sollte, wurden Häuser errichtet, um die Kinder unterzubringen. „Sie beschmutzte das Straßen“ so die Aussage der Stadt. Die Besucher und Touristen sollten nicht belästigt werden. Leider gab es für die vielen Straßenkinder kaum ausgebildete Pädagogen und die staatlichen Heime sind eher notdürftige Unterkünfte. Diesem möchten wir mit der Kinderarche entgegensetzen. Demnach gibt es in St. Petersburg kaum noch sichtbare Straßenkinder. Die Kinder die aktuell zu uns in die Kinderarchen kommen, sind von daher soziale Waisen die ohne elterliche Fürsorge geblieben sind. Einige von ihnen waren bereits im Grundschulalter tagelang alleine in der elterlichen Wohnung, ohne Aufsichtsperson. Unser Augenmerk liegt von daher aktuell auf die sozialen Waisen Russlands.